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Aus, Schluss und vorbei

So schnell kann es gehen. Fünf Wochen Ferien ist wirklich so was von nichts. Mir ist es, als ob wir uns erst noch auf die herrliche Zeit in Skandinavien gefreut haben, und nun sind wir bereits wieder daheim. Wenn ich jedoch auf die letzte Zeit zurück blicke, dann haben Stefan und ich doch eine ganze Menge erlebt. Und vor allem eine ganze gute Menge.

Der OO-Cup in Slowenien war nun der krönende Abschluss. Stefan und ich konnten uns noch einmal an fünf Tagen bei den Orientierungsläufen „austoben“. Vor allem aber konnten wir fantastische Gelände geniessen. Von den ersten zwei schrieb ich bereits, die nächsten drei reihten sich meiner Meinung nach von der Qualität der Wälder nahtlos an diese beiden. Die dritte Etappe fand noch einmal in Italien auf der Karte Laghi di Fusine statt. Kilometermässig war es die längste Etappe, dafür konnte man im Schlussteil endlich auch wieder die schnellen Beine hervor nehmen und ein wenig durch einen fast gefegten Waldteil düsen. Ich hatte halt einfach nur die langsamen Beine im Gepäck, dafür blieb meine Fehlerquote relativ klein. Der Anfang führte uns noch einmal in dieses steinige und unübersichtliche Gelände der zweiten Etappe, im Gegensatz zum Tag vorher fand ich dort alle Posten auf Anhieb. Bei Stefan blieb der nächste Jahrhundertfehler auch aus, so dass wir beide einmal mehr ganz zufrieden im Ziel waren. An der dritten Etappe zeigte sich das Wetter von seiner allerbesten Seite, so dass es in dem kleinen aber feinen Talkessel richtig tolle Fotos gab.

Nach der dritten Etappe wechselten wir unseren Wohnort. Stefan hatte für die letzten beiden Tage unweit des Wettkampfgeländes eine neue Unterkunft gebucht, und wie es sich herausstellte, war dies ein weiser Entschluss. Am Samstag besuchte nämlich der russische Präsident Wladimir Putin bei Kranjska Gora eine Gedenkkapelle und verursachte dadurch ein kleineres Verkehrschaos in der ganzen Region. Strassen wurden zum Teil komplett gesperrt. Das OK des OO-Cup’s hatte alle Hände voll zu tun, um Startzeiten zu ändern und die Läufer so zu informieren, dass am Schluss doch noch alle laufen konnten. Das war eine Meisterleistung. Vor allem zeigten die Slowenen ein grosses Mass an Flexibilität und Humor. So fand man auf der Startliste für den Samstag bei den H60, mitten in den OL-Läufern den Namen Wladimir Putin mit Startzeit 10:37. Als Club erhielt Herr Putin „Perestroika Orienteering“. Am nächsten Tag stand auf der Rangliste: did not start. Ich fands lustig.

Die vierte Etappe hatte es steigungsmässig in sich. Nur schon bis zu meinem ersten Posten „erklomm“ ich über 100 Höhenmeter. Damit aber nicht genug, denn so steil, wie es am Anfang hoch ging, so steil ging es hinunter. Und dabei war es steinig, uneben und krautig. Ich fühlte mich so richtig wohl, Stefan fand diese Etappe weniger lustig.

Am letzten Tag ging es dann um die Wurst, das heisst um den Gesamtrang. Uns wurden auch an diesem Tag richtige OL-Leckerbissen vorgesetzt, und wir konnten ein letztes Mal zeigen, ob wir das Gelände nun beherrschten oder nicht. Ich hatte den ganzen Lauf durch das Gefühl, nicht vorwärts zu kommen und war zum Teil recht unsicher, aber offenbar ging es meinen Konkurrentinnen nicht besser. Mir lief es gar so gut, dass ich mich noch um einen Rang verbessern und somit als Dritte des Gesamtklassements aufs Podest hieven konnte. Stefan verschenkte eine bessere Klassierung mit einem blöden Fehler. Aber auch er war mit dem Wettkampf zufrieden. Schön an diesem Tag war aber, dass Florian in Ungarn an den Studenten-Weltmeisterschaften bei der Sprintdisziplin ebenfalls auf den hervorragenden dritten Rang lief. Er war deutlich schneller unterwegs als wir zwei Alten…

Nun geniessen wir den 1. August, um mental wieder anzukommen und ein wenig auszupacken. Mit dem Alltag beschäftigen wir uns dann ab morgen.