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Was man über die Feiertage so alles tun kann

Schon sind sie wieder vorbei, die Festtage über Weihnachten / Neujahr. Auch die Ruhe zwischen zwei Jahren geht schnell vorbei. Ich wünsche auf jeden Fall allen ein wunderschönes, gutes neues Jahr, dass viele Wünsche wahr werden und doch ein paar bleiben, damit auch in Zukunft noch gewünscht werden kann.

Für Stefan und mich waren die letzten Tage des 2016 mit vielen tollen Momenten gefüllt, und auch das 2017 lief ganz gut an.

So waren wir nach den Weihnachtsfeiern mit Vater, Kindern, Schwiegerkindern und Enkel (!) noch drei Tage in Süddeutschland, um mit Stefans Eltern etwas Zeit zu verbringen. In Breisach hatten wir Quartier, und von dort aus unternahmen wir nicht wenig. So ging es am ersten Tag nach Strassbourg.

Kalt war es dort, obwohl die Sonne schien. Es hatte wahnsinnig viele Leute, die wie wir die Stadt genossen. Um ins Münster zu kommen, gab es lange Warteschlangen, weil Sicherheitsleute alle Besucher streng kontrollierten. Auf den Turm ging nur Stefans Vater, wir anderen wärmten uns in einem Kaffee.

Am zweiten Tag entflohen wir Nebel und Kälte und fuhren zum Feldberg. Meine Erinnerung an diesen höchsten Berg im Schwarzwald ist ein massiver Sonnenbrand nach einer längeren Tour im Schnee ohne Sonnencreme an Ostern 2015. Diesmal schien die Sonne ebenfalls, doch wir zogen eine Wanderung im schattigen, kühlen Wald zum Feldsee der "Hitze" vor… Der See war fest gefroren, ein Knabe wagte sich mutig weit hinaus.

Mir kam da grad eine Szene aus dem Buch „Wir Kinder aus Bullerbü“ in den Sinn. Das Eis hielt jedoch. Nach einer feinen Suppe ging es gemütlich zum Feldberg-Ressort zurück und von dort mit dem Auto auf dem Rückweg noch zum Aussichtsberg „Schauinsland“.

Zuoberst stand ein Turm, den wir natürlich bestiegen. Die Aussicht bis weit in die Schweizer Alpen und über das Nebelmeer zu den Vogesen war herrlich, die Kälte etwas weniger.

Am dritten Tag stand ein Besuch in Colmar auf dem Programm. Um ein wenig Skandinavien in die ganze Erzählung zu bringen: Im Dreissigjährigen Krieg wurde Colmar 1632 von schwedischen Truppen belagert und eingenommen. Schade, mussten es die Schweden wieder zurückgeben. Colmar besuchte ich zum zweiten Mal, und ich war wieder fasziniert von den mittelalterlich anmutenden Rieghäusern und den Kanälen dazwischen. In vielen Gassen waren noch Stände des Weihnachtsmarktes aufgebaut.

Zusammen mit dem Nebel gab dies eine wunderbare Stimmung. In Colmar verabschiedeten wir uns von Stefans Eltern. Sie fuhren wieder gegen Norden, wir in den warmen Süden, also zurück nach Bern.

Da es uns daheim viel zu warm war, zog es uns am 31. Dezember jedoch wieder hinaus in die Natur. Wandern war angesagt. In Waldegg bei Beatenberg liessen wir kurz vor zwei Uhr unser Auto stehen und stiegen danach zu Fuss die paar Höhenmeter zum Oberberg hinauf. Je höher wir stiegen, desto wärmer wurde es.

Von Oberberg aus wanderten wir gemütlich Richtung Osten und waren etwas überrascht, wieviel Schneereste es in diesem Gebiet gab.

Nach knapp zwei Stunden Aufstieg machten wir in einem kleinen Wäldchen Rast. Die Sonne war bereits am Untergehen, so dass es noch ein paar richtig tolle Fotos gab. Kurz nach vier Uhr waren wir im Schatten, und es wurde sofort deutlich kühler.

Hier stellten wir nun auch unser kleines „Karrimor-Zelt“ auf, verkrochen uns bald einmal in die Schlafsäcke und genossen als Nachtessen zwei Stück Wurst und mitgebrachte Hagebuttensuppe aus der Thermosflasche. Danach lagen wir einfach nur da und warteten auf den Schlaf. Ich fand es erstaunlich, dass ich überhaupt nicht fror. Das muss wohl am Schlafsack liegen. Den Wechsel ins neue Jahr verschliefen Stefan und ich komplett. Wir hielten es bis fast um acht Uhr im Zelt aus, bis uns die Hoffnung auf einen tollen Sonnenaufgang dann doch hinaus brachte. Wir wurden nicht enttäuscht.

Etwa um halb neun Uhr kam die Sonne zwischen dem Schreckhorn und dem Finsteraarhorn zum Vorschein. Das war schon eindrücklich. Vor allem auch, weil sich die Umgebung mit zunehmender Sonne rasch erwärmte. Mütze und Handschuhe konnten wir bald einmal einpacken.

Kurz vor neun Uhr waren wir wieder am Wandern. Diesmal ging es vom Oberberg leicht ansteigend weiter dem Niederhorn zu. Der Wanderweg war fast überall gut begehbar, einzig ein paar Stellen waren eisig, so dass etwas Vorsicht geboten war. An einem schneefreien Hang sahen wir Gämsen beim Äsen zu, sonst waren wir für lange Zeit fast die einzigen Lebewesen. Erst als wir nicht mehr weit vom Niederhorn entfernt waren, kamen uns die ersten Wanderer entgegen. Wir bogen kurz vor der Bergstation auf den Winterwanderweg ab und liefen gemütlich Richtung Beatenberg hinunter.

Eine von Stefans obligatorischen Abkürzungen erwies sich – wie immer – als nicht ganz optimal, doch auch diesen Steilhang meisterten wir (fast) ohne Bodenberührung mit dem Allerwertesten, so dass wir nach vier Stunden wandern wieder beim Auto waren. Unten in Interlaken tauchten wir in den Nebel ein, der sich erst im Aaretal wieder löste. Hier in Stettlen schien die Sonne. Den Rest des ersten Tages im neuen Jahr verbrachten wir dann möglichst bewegungslos. Mal schauen, wie lange wir uns stillhalten können.