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Im Land von Ronja Räubertochter

Nachdem Stefan schon damit angegeben hat, ich würde dann von Schweden tapfer Berichte schreiben, kann ich wohl nicht nichts tun. Wie stünde ich denn da? So kommen schon die ersten Zeilen nach nur zwei Tagen.

Am Freitag ging es für uns ungewohnt mit dem Flugzeug von Genf Richtung Stockholm-Arlanda. Ich mag die Fliegerei immer noch nicht, aber da wir nur für gut zehn Tage in Schweden sein wollen, schien uns die Reise in der Luft der schnellste Weg zu sein. Ich überlebte knapp und war nicht unglücklich darüber, nach der Landung in ein kleines Mietauto steigen zu dürfen.

Für einmal waren wir also in Schweden. Norwegen kommt später im Jahr, dann etwas länger und mit dem Auto. Schweden ist aber auch in Ordnung für mich. Immerhin ist es die Heimat von Astrid Lindgren, und diese Schriftstellerin verehre ich sehr. Seit einer Woche habe ich sogar noch einen besonderen Bezug zu ihr, respektive zu einer ihrer wunderbaren Romanfiguren: Meine süsse kleine Enkeltochter, welche sehr überraschend bereits am 16. Juni zur Welt kam, heisst Ronja. Willkommen kleine Räubertochter.

Nachdem wir unser Mietauto hatten, fuhren wir gemütlich – weil es hier oben gar nicht anders geht – Richtung Idre. Einige der Orte, die wir durchfuhren, kannten wir von früheren Besuchen her: in Falun und Mora erlebten wir schon ziemlich coole Orientierungsläufe. Wir fuhren in nicht ganz sechs Stunden nach Idre Fjäll, auch hier waren wir bereits gewesen. Zum ersten Mal im 2007, damals noch mit den Kindern. Seither nahmen wir regelmässig an den Orientierungsläufen teil, und weil es uns immer so gut gefiel, haben wir es auch in diesem Jahr im Sinn.

Heute war bereits der erst OL, die Fjäll-Etappe. Von unserem Wohnort aus sind es knapp acht Kilometer mit dem Auto zum «Nippgubben» hoch, auch er ein alter Bekannter von uns, von dem ich schon unzählige Fotos in allen Variationen habe. Der Wettkampf gelang sowohl Stefan als auch mir einigermassen gut, obwohl wir merkten, dass unsere Knochen immer älter und unbeweglicher werden und das mangelnde Training keine schnellen Zeiten zuliess. Aber mit kleinen Ausnahmen fanden wir die Posten, wo wir sie vermuteten, und das ist die Hauptsache. Rennen können alle, aber hier Posten finden ist dann schon etwas anderes.

Unsere ersten wichtigen Tiere haben wir auch schon gesehen: Bei der Anreise bereits den ersten Elch (leider ohne Foto), heute die ersten Rentiere. Stefan sah bereits gestern ein paar, aber das zählt für mich nicht, weil ich noch im Wald herumspazierte und darum herum kam.

Nun geniessen wir den Nachmittag mit Lesen, Stricken und – in Gottesnamen auch das – Fussball gucken. Wenn das nicht Ferien sind…..