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Der Countdown läuft

Lange lebten Stefan und ich mit dem angenehmen Gedanken «demnächst einmal ziehen wir um». «Demnächst» und «einmal» waren für mich die zwei Wörter, die ich mit «angenehm» verband. Doch wie heisst es so schön? «Demnächst ist bald bald», oder ähnlich. Am Freitag finden die beiden Wörter nämlich ihr brutales Ende – wir ziehen um!

Wer selber schon einmal von einem riesigen Haus in eine nicht mehr ganz so grosse Wohnung umgezogen ist, wird vermutlich in Erinnerung der eigenen Katastrophe sofort erschaudern und nur noch mitleidig an uns zwei arme Gesellinnen und Gesellen denken. «Oh je, nun ist es also soweit, ihr zieht um? Ihr Armen!» Vielleicht schwingt dabei aber auch eine kleine Portion Schadenfreude mit, so à la «lieber ihr als wir». Nun denn, bald ist es geschafft. Seit einigen Tagen (Wochen) leben Stefan und ich inmitten von Kisten, und es kommen immer mehr dazu. Es ist uns dabei auch schon passiert, dass wir bereits gepackte Kisten wieder auspackten, nur weil wir mit Sereina ein Fondue essen wollten, und das Caquelon bereits verpackt war (in der vierten Kiste fand ich es nach mehrfachem darin Herumwühlen). Oder ich liess das Suchen ganz sein und kaufte mir neues Kaffeepulver, weil ich auf das muntermachende Getränk auf keinen Fall verzichten möchte, nicht einmal dann, wenn wir umziehen.

Nun müssen wir noch unsere Kleider verstauen, Möbel abbauen und uns um den riesigen Kleinkram (warum heisst das überhaupt Kleinkram, wenn es doch so riesig ist?) kümmern und alles, was noch herumliegt in Kisten schmeissen. Gestern sassen wir den ganzen Abend am Küchentisch und schoben unsere auf Papier gezeichneten Möbel auf den Wohnungsplänen hin und her. Wir gingen systematisch Zimmer für Zimmer durch, füllten die Räume mit Regalen, Tischen, Betten, Schränken, nur um festzustellen, dass gar nicht alles Platz hat. Es blieben am Schluss ganz viele Papierfetzen übrig. Da bin ich also gespannt, wo wir alles hinstellen.

ABER – meinem jammernden Text zum Trotz: ich freue mich aufs Zügeln. Ich finde es spannend. Ich packe gern ein. Ich werfe gern weg. Irgendwie ist es wie ein Neuanfang. Am nächsten Dienstag werden Stefan und ich zum ersten Mal mit den Velos unseren neuen Arbeitsweg fahren. Er ist länger als der bisherige, was uns in der kommenden OL-Saison aber sicher zu mehr Spitzenplätzen führen wird. Die Konkurrenz kann sich bereits jetzt schon einmal warm anziehen. Vermutlich schon am Wochenende werden wir neue Einkaufsmöglichkeiten suchen, das Dorf kennenlernen, vielleicht den ersten Spaziergang an der nahen Aare unternehmen – oder joggen, wer weiss (noch einmal an die Konkurrenz: zieht euch warm an). Wie es uns mit dem ganzen Umzug gegangen ist – demnächst auf dieser Seite.