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Eine Woche Nichtstun - oder so

Im Prinzip müsste man mal, respektive müssten Stefan und ich mal definieren, was wir zwei unter Nichtstun verstehen…. denn seit ein paar Tagen frönen wir bereits dieser süssen Tätigkeit, aber ich bin sicher, dass nicht alle damit das Gleiche meinen wie wir.

Wir haben Ferien – und geniessen sie…. Seit einer Woche sind Stefan und ich bereits unterwegs und haben schon viel erlebt und noch öfter die Beine hochgelegt und nichts getan!

Letzten Samstag fuhren wir am frühen Nachmittag los, unser erstes Ziel war Chur. Zusammen mit Sereina und Margrith feierten wir den Geburtstag meines Vaters vor. Es war ein gemütlicher Abend bei feinem Essen.

Sereina fuhr danach wieder nach Bern zurück, mein Vater und Margrith nach «Bavois» (Maiensäss) und Stefan und ich nach Italien. Unser erstes Ziel war San Martino di Castrozza. Hier sind wir seither und geniessen die wunderbare Bergwelt, das schöne Wetter, feines Essen und…. jaja, auch ein wenig OL. Wir haben uns als Einstieg in unsere Sommerferien für den «Dolomiti 3 days» angemeldet und sind insgesamt fünf Etappen gerannt. Die ersten beiden gehörten nicht zur Gesamtwertung, waren dennoch extrem cool.

Während der Fahrt hierher sahen wir allerdings auch, was der Sturm vom letzten November für Schäden angerichtet hat. Riesige Waldflächen wurden dem Erdboden gleich gemacht, tausende Bäume liegen noch wie Streichhölzer herum. Das hatte Sturm Lothar Weihnachten 1999 nicht fertig gebracht. Da wird noch viele Jahre lang Aufräumarbeit geleistet werden müssen.

Am ersten Tag in den Dolomiten war noch nichts mit OL, deshalb unternahmen wir eine Wanderung. Wir starteten auf dem Passo Rolle und wanderten zum «denkenden Jesus» hinauf. Die Statue steht auf dem Castellaz (2333 müM). Mit den zackigen Bergspitzen der «Pale-Gruppe» vor Augen war dies eine richtig lässige Tour.

Am Dienstag war dann der erste Prolog, den wir von San Martino aus in Angriff nehmen konnten. Auch dieser Wald war arg in Mitleidenschaft gezogen worden, die Organisatoren schafften es dennoch, uns schwierige Bahnen zu legen. Einfach nicht so lang.

Der zweite Prolog war dann im Valle Venegia, auch dort gab es tolle Bahnen, zum Teil mit spektakulären Übergängen über Bäche. Ich nutzte das gespannte Seil, Stefan kam auch ohne durch die «Fluten».

Nach diesem wieder sehr kurzen OL waren wir noch fit genug, um mit unseren Freunden Kerstin und Andreas zwei kleinere Wanderungen zu unternehmen.

Die erste führte uns bis ganz zuhinterst im Tal, die zweite fand dann unterhalb des Passo Rolles statt. Wir wanderten zu den Laghi di Colbricon, zwei malerische Seen inmitten eines voralpinen Waldes. Das war schön!

Nach diesen zwei Tagen waren Stefan und ich schon ganz schön platt, doch nun begannen die drei Etappen des OL’s. Die ersten beiden nahmen wir vom Passo Valles aus in Angriff. Etwas hinter dem Pass hat es eine Bergbahn hinauf auf höhere Lagen zum Rifugio Laresi. Dort war zweimal das Wettkampfzentrum. Das heisst natürlich, dass wir keine Bäume mehr hatten, die Wettkämpfe fanden auf Weiden und zwischen Steinen statt.

Zwei wunderschöne, nicht ganz einfach Etappen erwarteten uns. Am ersten Tag waren sowohl Stefan als auch ich sehr weit vorne klassiert, am zweiten Tag verhinderten wir dies mit viel zu vielen Fehlern. Schade, kommt aber auch vor.

Heute nun war die letzte Etappe im Val Canali. Auch hier gab es Hänge mit nur liegenden Bäumen, diese Anblicke tun weh. Der Wettkampf fand in einem Felssturzgebiet statt, war ungeheuer steil (meine Bahn: 3 Kilometer, 200 Meter Steigung) und noch ganz spannend. Mir gelang wieder fast ein guter Lauf, Stefan quittierte leider einen falschen Posten.

Nun erholen wir uns ein paar Tage, fahren morgen nach Slowenien weiter und kämpfen ab nächstem Mittwoch wieder um Ruhm und Ehre am «Bubo Cup».