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Lillehammer und noch viel mehr

Diese Zeilen schreibe ich leider bereits im Flugzeug von Oslo Richtung Zürich. So lange ich mich auf die Tage in Lillehammer gefreut habe, so schnell gingen sie vorbei. Gut getan haben sie trotzdem, und körperlich tot bin ich auch – also alles im Grünen!

Am Donnerstag standen Stefan und ich in aller Herrgottsfrühe auf und waren bereits kurz vor acht Uhr am Flughafen Zürich. Da wir schon daheim eincheckten und mittlerweile auch die Gepäckscheine daheim ausdrucken konnten, war die Gepäckaufgabe, inklusive Langlaufskiern, absolut kein Problem. Der Flug war ruhig, wir kamen überpünktlich in Oslo an. Bald einmal sassen wir im Zug nach Lillehammer, wo wir von Lea und Florian abgeholt wurden.

Unser Hotel war das gleiche wie schon im letzten Jahr, alles war vertraut, irgendwie fühlte ich mich wirklich daheim.

Nur eine halbe Stunde nach dem Einchecken im Hotel fuhren wir bereits zur Birkebeinerarena und machten so «schnell, schnell» die Inga Låmi-Runde. Das waren kurze 16 Kilometer, bei eisiger Spur ohne Grip… und ich war schon zum ersten Mal tot.

Am Freitag gab es bereits am Vormittag unsere Langlaufrunde, diesmal oben im Fjell von Sjusjøen. Die Sonne begleitete uns die ganze Zeit, das Gleiten auf den schier unendlichen Loipen war fantastisch.

Heute hielten auch die Skier, die Loipen waren perfekt.

Nach drei Stunden und etlichen Kilometern waren wir aber leider schon wieder k.o. und mussten den Heimweg antreten.

Wir hatten zudem noch eine ganze Menge vor. Zuerst schauten wir uns eine tolle Hütte in der Nähe an, die zum Kauf angeboten worden war.

Am Abend gingen wir zu viert dann noch ins Freilichttheater. Jaja, die Norweger führen das auch im Winter durch, das sind eben richtige Wikinger. In Mesnali finden seit ein paar Jahren die «Birkebeinerspele» statt, ein Freilichttheater, welches die Zeit um das 12. Jahrhundert und die Rettung des Königssohnes Håkan darstellt. Zuerst spazierten wir mit den Schauspielern mit und erlebten hautnah die wilden Verfolgungen, Brandschatzungen und Ermordungen der Bevölkerung. Nach einer Weile durften wir uns auf Strohballen setzen und dem Schauspiel weiter folgen. Auch wenn es kalt war, froren wir nicht wirklich. Die Szenen, vor allem mit Pferden und Fakeln waren richtig toll. Auch wer nicht unbedingt Norwegisch versteht, wird von der Aufführung begeistert sein, ich kann es nur empfehlen.

Am Samstag gab es wieder eine längere Langlauftour, diesmal von Pellestua aus ins Hafjell zum Hornsjø und mit einem grösseren Bogen wieder zurück. Etwa in der Hälfte gab es feine Waffeln.

Auch hier schien die Sonne die ganze Zeit, das Panorama war schlicht umwerfend. Stefan und ich fanden es nur schade, dass unsere Kondition nicht mehr noch längere Touren zulässt. Hier hätte man sich wahrhaftig totlaufen können…

Am Sonntag begrüsste uns dann Regenwetter in Lillehammer, und wir waren gar nicht so unglücklich darüber. So konnten wir in Ruhe frühstücken und erstmal eine Weile nichts tun. Danach spazierten Stefan und ich kurz in Lillehammer herum, suchten und fanden die «Flamingo-Bar» aus der Serie «Lilyhammer» und gingen zu guter Letzt hoch zur Håkons Hall, um Lea und Florian beim Kraft- und Sprinttraining zuzugucken. Das war imponierend. Sowohl das Training der beiden als auch die Sporthalle an sich. Ein gigantischer Bau, welcher für die Olympischen Spiele 1994 errichtet wurde.

Lea musste dann bald auf den Zug, da sie schon am Sonntag heimflog, Stefan, Florian und ich fuhren noch einmal in den Schnee, hoch nach Nordsæter, um zum letzten Mal die Loipen zu geniessen. Wider Erwarten hatte es oben nicht geregnet, sondern geschneit, der Schnee war zum Laufen perfekt. Allerdings waren die Loipen nicht gespurt, wir mussten mehr oder weniger unseren Weg selber finden. Gottlob hatten wir mit Florian einen «einheimischen» Guide. Irgendwann begann es jedoch stark zu winden und wir beschlossen, umzudrehen. Mit Stirnlampen ausgerüstet, genossen wir den Heimweg ungemein. Das war Abenteuer pur, einfach nur toll.

Heute gab es während der Zugfahrt nach Gardermoen leider eine Bieterrunde für die Hütte. Alle paar Minuten erhielten wir per sms die Angebote der anderen. Schlussendlich konnten und wollten wir mit dem erhöhten Preis nicht mehr mithalten, aber wir geben nicht auf! Irgendwann kommt die richtige Hütte!

Fazit dieser Tage:

innerhalb von knapp 75 Stunden sind wir rund 75 Kilometer gelaufen, ich finde das gar nicht so schlecht (Florian lief natürlich viel mehr, denn er war wie ein junger Hund: vorrennen, dann wieder zurück, dann wieder vor…)

Noch gab es keine Hütte, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Nun beginnt wieder der Alltag, geistig haben wir uns erholt, körperlich werden wir das dann im Büro tun – und in nicht einmal mehr drei Wochen geht es bereits ins nächste Abenteuer – OL in Slowenien!