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Fünf zu null

Um es vorneweg zu nehmen: Nein, ich spiele kein Fussball, habe es nie getan und werde es nie tun. Ich habe mir schon früher gedacht, wenn man jedem Spieler auf der Wiese einen Ball geben würde, dann hätten die dort nicht immer so Streit um den einen... Aber was solls, ich darf nicht zu sehr über Fussball schnöden, sonst kriege ich Ärger mit Stefan. Oder besser gesagt, noch mehr Ärger, denn das «Fünf zu null» hat massiv mit ihm zu tun.

Letzte Woche waren wir zwei nämlich – wie schon bald traditionell – in Slowenien und eröffneten die OL-Saison. Wir zitterten zwar, ob wir es überhaupt noch bis dorthin schaffen würden, aber letztendlich war es wohl die letzte Woche, in welcher die Grenzen noch problemlos passierbar waren.

Auch wenn die Organisatoren die empfohlenen Verhaltensmassnahmen an uns Läuferinnen und Läufer weitergaben und wir sie auch anwandten, merkte man sonst nicht viel von Corona. Die Wettkämpfe waren wie immer hervorragend organisiert, Stefan und ich wie immer nach jedem Tag ein Stück abgekämpfter. Vom Wetter her hatten wir eine wirklich gute Woche, nie Regen, genügend warm und doch nicht zu warm zum Rennen.

Vom Wettkampfglück her hatten wir es auch nicht so schlecht getroffen. Ich bewegte mich immer in den Podestplätzen, Stefan knapp dahinter. Grosse «Abstürze» hatten wir beide nicht, es sei denn, man würde das «Fünf zu null» als Stefans grössten Absturz bezeichnen…., denn, ich war bei ALLEN fünf Zieleinläufen schneller als er! Fünfmal gab sich Stefan die grösste Mühe, mich zu besiegen, nullmal schaffte er es. Das gab ihm zu denken und mir das Gefühl, praktisch unbesiegbar zu sein. Also im Zieleinlauf. Und was ist im OL wichtiger als der Zieleinlauf? Eben!

Nun ist Stefan dran, seine Wunden zu lecken und ich, meinen Triumph zu geniessen. Leider wird es für längere Zeit für ihn keine Möglichkeit geben, sich zu revanchieren, die Frühlingssaison ist vorbei, bevor sie überhaupt angefangen hat. Unsere vielen geplanten Aktivitäten im Frühling sind bereits abgesagt oder werden es bald sein. Das heisst, ich werde die nächsten Wochen mit diesem unheimlichen Siegerlächeln auf den Lippen herumlaufen und Stefan wird heimlich Zieleinläufe trainieren (müssen).