Es geht westwärts

Wir sind mittlerweile mehr als zwei Wochen unterwegs, und was ich schon jetzt dazu sagen kann: von mir aus könnte es ewig so weitergehen. Dieses träge Leben, nur ab und zu unterbrochen durch eine Wanderung oder ein OL-Training passt sowohl Stefan als auch mir. Man gewöhnt sich sehr schnell daran. Nun sind wir in Stryn gelandet und werden auch diese Woche bestens hinter uns bringen.

Auf der Hinfahrt gab es noch einmal abwechslungsreiche, tolle Landschaften zu bewundern. Da waren auf der einen Seite diese langen Hochebenen mit karger Vegetation und herrlicher Weitsicht. Auf der anderen Seite gab es unendliche Wälder zu bestaunen, nur immer wieder durch wirklich kleine Ortschaften unterbrochen. Die fünf Stunden, die wir fürs Übersetzen benötigten, waren also äusserst abwechslungsreich. In Lom stiegen wir das einzige Mal aus, denn dort stand eine Stabkirche, welche von uns gebührend bewundert wurde. Ich mag diese Überbleibsel aus uralten norwegischen Zeiten mit ihrem Götterglauben.

Das Haus in Stryn ist zwar eher eine Gartenlaube, dafür haben wir direkten Seeanschluss und könnten auch hier ein Boot benutzen, wenn wir wollten. Da wir lieber auf Bergen herumkraxeln oder uns in den Wäldern die Beine zerkratzen, lassen wir das Boot, wo es ist.

Gestern war eine Bergwanderung geplant. Von Stryn aus fuhren wir zu einem Skilift. Von dort ging es dann zu Fuss weiter.

Zuerst – welch Überraschung – auf einem markierten Wanderweg, bis es Stefan zu bunt wurde und wir ins Gelände abbogen. Wir wollten auf einen Hügel, welcher auf keiner Wanderroute lag. Der Weg dorthin war ziemlich steil, aber wir schafften es problemlos. Oben begrüssten uns ein paar Schafe.

Hinunter mussten wir leider wieder auf dem gleichen Weg, da sich die andere Seite des Berges als zu steinig und unübersichtlich erwies. Mir machten vor allem die Schneequerungen grossen Spass, ab und zu konnte man richtig auf den Füssen hinunter rutschen.

 

Heute war regnerisches Wetter angesagt, so dass wir beschlossen, ein wenig zu trainieren. Wir fuhren wieder zum Skilift hinauf. Auf der Strasse hoch überholten wir zwei Männer, welche auf Rollskiern trainierten. Ich würde ein Vermögen wetten, dass es die Boe-Brüder waren. Schon am Samstag meinte ich nämlich, einen in Stryn gesehen zu haben. Ich hätte anhalten und sie fragen sollen. Das Tempo der Rollskier war nämlich trotz happiger Steigung enorm. Das müssen die Boe-Brüder gewesen sein. Ich werde das noch recherchieren.

Das Training war extrem cool. Anfangs hatten Stefan und ich noch leicht Mühe mit den Geländeformationen, doch mir ging es immer besser, so dass ich meine Bahn richtig genoss. Der Wald war kräfteraubend, nass und krautig, aber es machte Spass, darin die Postenobjekte zu suchen. Nun ist bis Mittwoch Ruhe angesagt, das heisst, etwas Sightseeing und viel und gut Essen. Danach kommt wieder eine Wettkampfperiode, doch davon später.